Willkommen an Bord

Führung in professionellen Organisationen ist wie ein Schiff durch hohe See zu steuern. Es gibt klare Regeln und Verantwortlichkeiten sowie einen abgesteckten Kurs. Doch immer wieder laufen Vorhaben und Projekte aus dem Ruder, Unvorhergesehenes und "Ungeplantes" gefährdet Termin und Ladung. Manchmal kommt dann der Lotse an Bord: ein qualifizierter und spezialisierter Berater des Kapitäns während der Fahrt zu einem unbekannten Hafen oder in tückischen Gewässern. Kapitän und Lotse bilden so für einige Zeit ein Team.

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Samstag, 21. März 2015

"Bloß keine Rollenspiele...

...dann gehe ich hier sofort weg", sagte gerade letzte Woche wieder ein Teilnehmer einer meiner Führungskräfte Workshops.

Kennen Sie das auch? Dass es schwierig ist und oft mit großen Widerständen verbunden, ein verändertes Führungsverhalten auch "einzuüben"…
…und auf der anderen Seite wissen wir alle, dass es zu einer Verhaltensänderung bzw. Repertoireerweiterung mehr benötigt als nur einen guten Input bzw. eine „überzeugende Argumentation“, denn wirksames Führungsverhalten zeigt sich nun einmal nur in Aktion.

Ich kann die Abneigung vieler Teilnehmer gegenüber „Rollenspielen“ verstehen, die immer noch in der Art von AC Übungen im Format „Sie sind XY  und sprechen gleich mit MA Z, der […]. Vereinbaren Sie mit ihrem MA in den nächsten 10 Minuten eine nachhaltige Konfliktlösung!“ daherkommen.

Daher setze ich bei Workshops und Trainings seit vielen Jahren nur noch Simulationen, d.h. über mehrere Tage laufende, komplexe und in einzelne Phasen aufgeteilte Übungen ein, die bei den Teilnehmern hohe Akzeptanz finden, denn

  • Wesentlicher „Transferriemen“ der Simulation ist die jeweilige Gruppendynamik. Nach der Erfahrung sind nur rund 40 % des Simulationsverlaufes durch die Berater/ Trainer in der Startphase steuerbar. Dann entwickelt sich ein Prozess, der – durch Input und Einspielungen der Trainer/ Berater flankiert, um die Dynamiken der Führung erlebbar zu machen– wesentlich auf das persönliche Verhalten der gerade in der Führungsposition agierenden Teilnehmer zurückgeht. Wirkungsketten des eigenen Handelns werden so unmittelbar spürbar.
  • Jeder Phase folgt eine strukturierte Reflexion der Geschehnisse . Durch den Einsatz eines Feedbackplakates, das ein kundenspezifische Kompetenzmodell berücksichtigt, bleibt diese Reflexion auch nachhaltig.
  • Zwischendurch wechseln kurze Theorieinputs mit Kleingruppenarbeiten und Partnerübungen ab, um die Erfahrungen der Simulation rasch aktiv zu verankern. Wenn wir das noch mit der Methode der kollegialen Beratung verknüpfen, ist hoher Transfernutzen wahrscheinlich…

Es gibt also -wenn man den Aufwand nicht scheut- durchaus akzeptierte und wirksame Alternativen zum in die Jahre gekommenen Rollenspiel….

Führung im Projekt - eine projektlotsen.biz Simulation from Olaf Hinz


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